Was sind eigentlich die Gründe, warum sich Werner Talente mindestens dreimal pro Woche auf den Weg nach Dorsten machen um Basketball zu spielen. Und dass, obwohl in Dorsten „die Wiese nicht grüner“ als in Werne ist.Diese lapidare Aussage des sportlichen Leiters der LippeBaskets Werne, Jens König, zielt wohl nur darauf ab die Wechselthematik in den Bereich des Lächerlichen zu ziehen, um so von den Ursachen für diesen Aderlaß im Jugendbereich abzulenken.

LippeBaskets Werne sind kein Ausbildungsverein

Dabei sind die Gründe für die gewiss nicht leichte Situation der LippeBaskets mehr als offensichtlich. So hat der Verein über Jahre nicht in eine nachhaltige Jugendarbeit investiert. Zum einen schafften es die LippeBaskets Werne aus diversen Gründen nicht erfahrene Übungsleiter zu integrieren und damit langfristig zu binden. Und auch die Alternative für interessierte Jugendliche ein Ausbildungsprogramm zum Lizenztrainer mit den Schritten Gruppenhelfer und Übungsleiter aufzulegen wurde entweder nicht erkannt oder bewusst ausgeschlossen.

Die in den letzten Jahren als Coaches der einzelnen Nachwuchsmannschaften eingesetzten Jugendlichen waren und sind mit Sicherheit hoch motiviert. Doch da sie ohne theoretischen Hintergrund quasi ins kalte Wasser geworfen wurden, war und ist das Trainingsergebnis oft mehr als zweifelhaft.

Es scheint also bei den LippeBaskets Werne kein erkennbares Konzept zu existieren, das Nachwuchsspielern die Chance bietet sich gemäß ihren Fähigkeiten langfristig zu entwickeln.

Da ist es nur nachvollziehbar, dass entsprechend ehrgeizige und talentierte Jugendliche den Blick über den Tellerrand wagen und nach einer kurzen Analyse der Basketballszene sich unter anderem auch in Dorsten umschauen.

BG Dorsten mit Masterplan

Denn die BG Dorsten startete vor ein paar Jahren das Projekt Perspektivkader, dessen erklärtes Ziel es ist, Eigengewächse für die 1.Herren-Mannschaft auszubilden. So spielt der Kern der aktuellen U16-NRW-Liga Mannschaft seit Grundschulzeiten zusammen. Bei den jüngeren Jahrgängen sieht es ähnlich aus. Die Kinder lernen Basketballbasics von der Pike auf, werden nicht nur verwahrt. So beschäftigt die BG Dorsten in dieser Saison drei B-Lizenztrainer. Ergänzt wird das Trainerteam durch einen ehemaligen bulgarischen Erstligaspieler, der für die U18 Regionalligamannschaft zuständig ist. Der Mädchenbereich liegt in den Händen einer ehemaligen Bundesligaspielerin.

Als Folge dieses Konzepts zählt die BG Dorsten im Jugendbereich inzwischen zu den Top-Adressen in Nordrhein-Westfalen.
Die U14 und die U16 spielen aktuell in der NRW-Liga. Und auch die U12 schickt sich an in der nächsten Saison in der höchsten Liga des Landes vertreten zu sein. Einer der Leistungsträger dieser jüngsten Dorstener Erfolgsmannschaft: Der erst neunjährige Marco Rosic.

Einstand nach Maß für Werner Talente im Trikot der BG Dorsten

Bei ihrem Debut im Trikot der BG Dorsten konnten die beiden ehemaligen U18 Spieler der LippeBaskets Werne, Jorgo Tilkiaridis und Emre Keskin, gleich ihren ersten Erfolg feiern. Die Werner hatten keine Eingewöhnungsschwierigkeiten und überzeugten beim 83:61 ihres neuen Teams bei der BG Duisburg-West von Beginn an.

Nainoa-Schmidt

Und auch Nainoa Schmidt startete im grünen Dress der BG Dorsten mit einem Sieg in die neue Saison. BBV Köln Nordwest hieß der Auftaktgegner der Dorstener U16 in der höchsten Liga des westfälischen Basketballverbandes. Die Dorstener taten nicht mehr als nötig, um schwache Kölner am Ende mit 56:37 in ihre Schranken zu verweisen.